DIN 69901

Aufwandsschätzung

Fünf wesentliche Methoden zur Prognose von Personal- und Ressourcenbedarf.

Grundlagen

Die Norm DIN 69901 führt fünf wesentliche Methoden zur Aufwandsschätzung auf, die alle grundsätzlich auf der Anwendung von Analogien basieren. Da Schätzungen insbesondere zu Projektbeginn häufig auf unvollständigen Informationen beruhen, betont die Norm, dass ein methodisch fundiertes Vorgehen zwar die Erfahrung der Beteiligten effizienter nutzt, die Beteiligung erfahrener Experten jedoch nicht substituieren kann.

Die fünf Methoden

1

Expertenschätzung

Die Schätzung wird von einem einzelnen Experten oder einer Gruppe von Fachleuten durchgeführt.

2

Delphi-Methode

Eine systematisierte Expertenbefragung mittels einer strukturierten Mehrfachbefragung.

3

Dreipunkt-Methode

Verfeinert die Expertenschätzung, indem ein optimistischer, ein realistischer und ein pessimistischer Wert geschätzt werden. Der endgültige Schätzwert wird als Mittelwert berechnet, wobei der realistische Wert in der Regel mit dem Vierfachen gewichtet wird.

4

Schätzklausur

Eine kollektive, nicht anonyme Mehrfachbefragung von Experten. Der Prozess umfasst die Auswahl der Experten, die Vor-Schätzung, eine gemeinsame Durchsprache der Abweichungen und Annahmen sowie die Festlegung eines gemeinsamen Ergebnisses.

5

Projektvergleich

Der Aufwand wird rechnerisch aus den Erfahrungsdaten ähnlicher, bereits abgeschlossener Projekte ermittelt. Diese Methode erfordert eine Datenbasis von idealerweise 10 bis 30 Projekten und nutzt Auswertungen wie parametrische Rechnungen oder Durchschnittswerte.

Ergänzende Hinweise

Expertenwissen ist unverzichtbar

Ein methodisch fundiertes Vorgehen nutzt die Erfahrung der Beteiligten effizienter — ersetzt aber nicht die Beteiligung erfahrener Experten.